Zunächtmal die Begriffe, die fälschlicherweise allzu gerne als Synonyme gesehen werden: „Hort des Bolschewismus“, „Assi-loch“, „Drogenbunker“ und was sich voreingenommene Menschen sonstso ausgedacht haben. Nein, all dies ist ein selbstverwaltetes Jugendzentrum sicherlich NICHT.

Zur Enttäuschung aller Stereotypen verhafteter Menschen muss unmissverständlich klargemacht werden, dass bei dem Begriff „selbstverwaltetes Jugendzentrum“ um einen von der Stadt / Gemeinde zur Verfügung gestellten Platz (was in St. Ingbert das alte Gebäude der Pfarrgassschule ist), dessen Gestaltung den Jugendlichen ebenso selbst überlassen ist wie die Organisation und das jeweilige aktuelle Angebot. Rechtlich gesehen kann man die Position eines JuZ mit der eines gemeinnützigen Vereins vergleichen. Alle Veranstaltungen und die komplette Betreuung werden von verschiedenen Jugendlichen ehrenamtlich übernommen. In unserem Fall beginnt unsere Arbeit mit dem Aufrechterhalten des laufenden Betriebes und zieht sich über Konzertorganisationen, kleinere Renovierungsarbeiten, Einkäufe und vielen anderen Sachen bis zum Aufbau und Betreuung dieser Homepage hin.

Das Jugendzentrum (Juz) St.Ingbert besteht seit über 30 Jahren und ist damit eines der ältesten Jugendzentren Deutschlands. Es bietet Jugendlichen einen angemessenen Raum ihre Freizeit nach ihren eigenen Ideen zu gestalten und selbst aktiv zu werden, anstatt passiv zu konsumieren.

Entscheidungen bezüglich der Organisation, Regelungen des täglichen Betriebs und Veranstaltungen wie Konzerte, Partys, etc. werden wöchentlich auf der Vollversammlung getroffen. Diese ist öffentlich und somit für jeden zugänglich. Die Beschlüsse werden basisdemokratisch gefasst oder es wird nach Konsens entschieden. Dies fördert nicht nur die Kreativität, sondern auch die Eigeninitiative und das demokratische Bewusstsein der Jugendlichen. Außer den Besuchern, die sich ehrenamtlich engagieren, helfen Praktikanten und bis vor einem knappen Jahr noch ein Zivildienstleistender beim alltäglichen Juz-Betrieb.

In den letzten Jahren wurden viele Angebote geschaffen, wie zum Beispiel das Internetcafe, ein Medienlabor (in dem professionelle Musikaufnahmen gemacht, oder Filme geschnitten werden können), ein Skateraum und Bandproberäume, die kostenlos zur Verfügung stehen. Desweiteren gibt es Räumlichkeiten für Partys, Workshops und Konzerte, sowie ein Garten in dem gegrillt werden kann.

So vielfältig wie die Angebote sind auch die Besucher des JUZ. Hier treffen unterschiedlichste Kulturen, Religionen und Szenen aufeinander, wodurch ein tolerantes Miteinander unter den Jugendlichen gefördert wird.

Das Jugendzentrum ist aus St.Ingbert nicht mehr wegzudenken: so leistet es doch durch die Schaffung eines vielseitigen Kulturprogrammes und der Förderung von Eigeninitiative, Selbstbewusstsein und Toleranz einen entscheidenden Beitrag zum Profil der Stadt St. Ingbert.



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